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Verteufelung von Computerspielen geht weiter

gebloggt von Sören | Kategorie: Games | Kommentar abgeben

Wie erwartet geht die Debatte um gewalthaltige digitale Spile energisch weiter. Nun werden auch erste Konsequenzen ergriffen. Ob diese in die richtige Richtung gehen ist jedoch fraglich. Ich spreche hierbei auch nicht von Konsequenzen die von Regierungsseite geplant und vielleicht irgendwann durchgeführt werden, nein ich spreche von Galeria Kaufhof, einem Vertreter des Einzelhandels der nun beschlossen hat künftig keine USK 18-Spiele mehr zu verkaufen.

Am 17.03 wurde diese Entscheidung durch die Pressesprecherin von Galeria Kaufhof kommuniziert. Anstatt stärker zu kontrollieren, an wen digitale Spiele ohne Jugendfreigabe verkauf werden, sollen diese ab April einfach gar nicht mehr verfügbar sein. Galeria Kaufhof gibt nach eigenen Angaben den Amoklauf in Winnenden als Grund für diese Entscheidung an. So sollen bis zum Ende diesen Monats noch beworbene Waren verkauft werden und ab April den Platz in den Galeria-Kaufhof-Filialen komplett geräumt haben.

Aufgrund dieser Entscheidung werden künftig Spielehits wie “Alone in the Dark 5″, “Bioshock”, “Call of Duty 4″ oder “Half-Life 2″ und noch viele Andere nicht mehr in den Verkaufsstätten von Galeria Kaufhof zu finden sein. Die Reaktion von Galeria Kaufhof ist ein gutes beispiel für sozial verantwortliches Handeln, doch ob diese krasse Initiative der richtige Weg ist, sei an dieser Stelle zu hinterfragen.

Ist es wirklich die Lösung aller Probleme von Seite der Politik die Herstellung und Verbreitung von Spielen ohne Jugendfreigabe zu verbieten oder von Seite des Einzelhandels diese Produkte einfach aus dem Sortiment zu entfernen? Ich persönlich sehe die Reaktion von Galeria Kaufhof als überspitzten Aktionismus. Deutschland ist bereits ein Land mit strengen Regelungen im Jugendschutz, was auch auf die Regelungen, digitale Spiele betreffend, zutrifft. Sollte die strikte Durchsetzung und Einhaltung der bereits bestehenden Altersbeschränkungen nicht ausreichen?

In diesem Punkt finde ich den Vorschlag der Bundesfamilienministerin Ursula von der Lyen, Testkäufer einzusetzen und den unrechtmäßigen Verkauf unter Strafe zu stellen, eher angemessen. Die Bundesfamilienministerin hat ihren Vorschlag Testkäufer für die Einhaltung des Verkaufsverbots von digitalen Spielen ohne Jugendfreigabe an Jugendliche nun im Rahmen der wieder aufgegriffenen Gewaltdebatte erneut geäußert. Diese Idee geht meiner Meinung nach in eine wesentlich produktivere Richtung, als das einfache, blinde Verbot der Herstellung und Verbreitung.

Ich persönlich bin stark überrascht über die Entscheidung von Galeria Kaufhof und gespannt welche Ideen und Entschlüsse weiterhin aus der Politik und anderen Bereichen kommen werden. Eine dunkle Zeit für digitale Spiele mit einem Nutzerkreis ab 18 Jahren scheint in Deutschland anzubrechen. Was uns noch alles ereilen wird, bleibt noch fraglich.

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