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3.2 Gründe für die Kooperationen zwischen Militär und Unterhaltungsindustrie

Da nun an einigen Beispielen aufgezeigt ist, in welchen Formen Militainment existiert, ergibt sich die Frage, warum überhaupt derartige Kooperationen zwischen Unterhaltungsindustrie und Militär eingegangen werden. Für beide Seiten müssen Vorteile bestehen, die zu einer Zusammenarbeit und zu einem beidseitigen Gewinn führen.

Von militärischer Seite aus sind die Aufgaben von Militainment klar definiert und „Rekrutenwerbung und Imagearbeit für das Militär sind offen formulierte Ziele“ (Virchow; Thomas 2004: 300) (vgl. Christmann 2002). Das Militär sucht „die Gelegenheit, über ein machtvolles Medium direkt mit der [.] Öffentlichkeit zu kommunizieren“ (Virchow; Thomas, 2004: 300) (vgl. Christmann 2002). Es ist somit von großem Interesse für militärische Institutionen sich über Massenmedien der Öffentlichkeit zu präsentieren und einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen bzw. die Menschen in ihrer Meinungsbildung das Militär betreffend positiv zu beeinflussen. Das Militär, egal welchen Landes, versucht somit durch Militainment auf sich aufmerksam zu machen, neue Rekruten zu gewinnen und dem Rest der Gesellschaft ein positives Bild von sich selbst zu vermitteln. Um diese Ziele zu erreichen wird der Kontakt zur Unterhaltungsindustrie gesucht, da auf diesem Weg eine Vielzahl von Menschen erreicht werden kann.

Neben den Vorteilen für militärische Institutionen, die klare Ziele mit Militainment verfolgen, existieren auch auf der Seite der Unterhaltungsindustrie, Gründe dafür Kooperationen einzugehen. So kann man in der Spielfilmindustrie beispielsweise von einer „Praxis wechselseitiger Bezugnahmen“ (Virchow; Thomas 2004: 299) sprechen. „Filmschaffende greifen den Krieg als Erfolg versprechendes Thema auf und Kriegsführende nutzen Film, um weitreichend Deutungsangebote zu machen.“ (Virchow; Thomas 2004: 299) Hierin lässt sich auch einer der Hauptgründe für die Kooperationen, von Seite der Unterhaltungsindustrie aus, erkennen. Militär und Krieg sind stets aktuelle Thematiken, die die Menschen einerseits aufgrund der Weltlage betreffen und andererseits eine faszinierende und anziehende Wirkung haben. Dies ist nicht nur auf die Spielfilmindustrie beschränkt, sondern lässt sich auf die gesamte Unterhaltungsindustrie anwenden, da sich das Thema Krieg stets gut verkaufen lässt. Durch die Kooperation mit militärischen Institutionen versucht die Unterhaltungsindustrie ihren Gewinn zu maximieren, indem sie den Menschen eine Thematik anbietet, an der großes Interesse besteht. Weiterhin bringen solche Kooperationen den immensen Vorteil mit sich, dass sie die medialen Erzeugnisse dank der Einblicke ins Militär und durch dessen Unterstützung, ob materieller oder beratender Art, möglichst realistisch gestaltet werden können. Manche Erzeugnisse wären ohne die Hilfe des Militärs sogar undenkbar, was sich besonders gut an dem Film „Armageddon“ erkennen lässt. Vor der Produktion dieses Films schrieb der Producer Philip Nemy einen Bittbrief an das Pentagon und bat um eine Zusammenarbeit bat, um seine geplanten Filmvorhaben realisieren zu können. (vgl. Winkler 2003)

Militainmentangebote sind somit als Produkte anzusehen, die einen beidseitigen Nutzen mit sich bringen. Sowohl die beteiligten militärischen Institutionen als auch die Unternehmen der Unterhaltungsindustrie profitieren auf ihre Weise von den jeweiligen Kooperationen. Es werden Produkte geschaffen, die möglichst viele Menschen erreichen, einen hohen Gewinn erzielen und die Menschen auf möglichst positive Art und Weise mit dem Militär konfrontieren. Somit ist es nicht verwunderlich, dass „langfristig wirksame Entwicklungslinien zu beobachten [sind], die auch in ‚Friedenszeiten‘ zu Kooperationen militärischer Institutionen mit Software-, Medien- oder Unterhaltungsindustrie führen“ (Virchow; Thomas 2004: 297). Aufgrund der deutlichen Vorteile für beide Seiten ist es realistisch, dass sich diese Entwicklungslinien stetig fortsetzen und immer wieder Kooperationen eingegangen werden.

Inhaltsverzeichnis Hausarbeit Militär und Entertainment = Militainment?

1. Einleitung Militär und Entertainment

2. Der Begriff Militainment

3. Verhältnis von Militär und Unterhaltungsindustrie

3.1 Formen von Kooperationen zwischen Militär und Unterhaltungsindustrie

3.1.1 Militainment in der Spielfilmindustrie

3.1.2 Militainment in der Softwareindustrie

3.1.3 Weitere Militainmentangebote

3.2 Gründe für die Kooperationen zwischen Militär und Unterhaltungsindustrie

4. Erste wissenschaftliche Ansätze zum Militainment

5. Fazit Militainment

6. Quellenverzeichnis Militainment