3.1.2 Militainment in der Softwareindustrie
Neben der Spielfilmindustrie produziert auch die Softwareindustrie eine Vielzahl von Militainmentangeboten. Hier werden speziell Computerspiele aufgegriffen, obwohl ähnliche mediale Angebote auch für Konsolen aller Art produziert werden. In der Computerspiele produzierenden Softwareindustrie kommt es, genau wie in der Spielfilmindustrie, häufig zu Kooperationen mit militärischen Institutionen.
Auch in diesem Bereich der Unterhaltungsindustrie hat der 11. September 2001 für einen Schub bei der Entwicklung von Militainmentangeboten gesorgt, denn „seit dem 11. September 2001 steigen in den USA die Militärausgaben; insbesondere die Computer- und Softwareindustrie profitieren“ (Virchow; Thomas 2004: 307).
Wie die Kooperationen von Militär und Softwareindustrie jedoch genau aussehen, lässt sich am Besten an einigen Computerspielen beispielhaft aufzeigen. So z.B. die Erzeugnisse der Firma des Bestseller Autors Tom Clancy Redstorm Entertainment. Der Autor und seine Firma unterhalten enge Kontakte zum US Militär, mit dessen Unterstützung Computerspiele, passend zu den eigenen Militär- und Spionage- Romanen, entwickelt werden. So z.B. die bekannte Computerspielserie „Rainbow Six“, in der der Spieler in die Rolle eines Teammitgliedes einer Anti-Terror-Einheit schlüpft.
Als weitere Beispiele lassen sich die Spielserien „Medal of Honor“ und „Battlefield“ der Firma Electronic Arts aufführen. Von beiden Serien sind in den letzten Jahren verschiedene Teile erschienen, die den Spieler immer wieder in ein neues Szenario versetzen. Das Grundelement ist jedoch stets das Selbe, die Simulation des Krieges. Ob Zweiter Weltkrieg, Vietnamkrieg, Irak-Krieg oder Krieg in der Zukunft, diese Computerspiele machen den Spieler zu einem Teil eines virtuellen Kriegsszenarios. Um sie überhaupt realisieren und realistisch gestalten zu können, unterhält auch Electronic Arts enge Kontakte zum US-Militär. So z.B. mit der Congressional Medal of Honor Society, „die über die höchste militärische Auszeichnung der USA wacht“ (Virchow; Thomas 2004: 311) und Electronic Arts bei der Entwicklung seiner Computerspiele über den Zweiten Weltkrieg unterstützt.
Doch dies sind nur einige Beispiele. Ein Teil des Gesamtausmaßes wird dann besonders deutlich, wenn man, genau wie bei der Spielfilmindustrie der USA, auch bei deren Softwareindustrie das Augenmerk auf das in Los Angeles angesiedelte ICT (Institute for Creative Technologies) legt, denn „ICT was established in 1999 with a multi-year contract from the US Army to explore a powerful question: What would happen if leading technologists in artificial intelligence, graphics, and immersion joined forces with the creative talents of Hollywood and the game Industry?“ (vgl. USC Institute for Creative Technologies 2008). Dieses Institut existiert durch die Unterstützung des US-Militärs und soll unter anderem die Zusammenarbeit mit der Softwareindustrie fördern, wodurch es im Bereich der Computerspiele immer wieder zu neuen Kooperationen kommt.
Die Softwareindustrie der USA sorgt somit stets für ein umfangreiches Militainmentangebot in Form von Computerspielen. Auch in diesem Sektor der Unterhaltungsindustrie hat die Kooperation mit dem Militär Tradition und es kommt immer wieder zur Zusammenarbeit, wodurch Militainment durchaus als ein Hauptprodukt dieser Industrie bezeichnet werden kann.
Inhaltsverzeichnis Hausarbeit Militär und Entertainment = Militainment?
1. Einleitung Militär und Entertainment
3. Verhältnis von Militär und Unterhaltungsindustrie
3.1 Formen von Kooperationen zwischen Militär und Unterhaltungsindustrie
3.1.1 Militainment in der Spielfilmindustrie
3.1.2 Militainment in der Softwareindustrie
3.1.3 Weitere Militainmentangebote
3.2 Gründe für die Kooperationen zwischen Militär und Unterhaltungsindustrie