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“Kölner Aufruf gegen Computergewalt” - Verbot gewalthaltiger Computerspiele?

gebloggt von Sören | Kategorie: Games | 1 Kommentar

Passend zu meinem gestrigen Artikel über die wissenschaftliche Untersuchung eines positiven Effekts von Computerspielen, habe ich heute ein extremes Gegenbeispiel gefunden. In diesem Artikel hatte ich erwähnt, dass Computerspiele mit Gewaltinhalten nahezu verteufelt werden und genau das ist es, was der “Kölner Aufruf gegen Computergewalt” versucht.

Die Unterzeichner des Aufrufs vertreten den Standpunkt “Killerspiele sind Landminen für die Seele” und “aktives Kriegstraining”. Sie treten für ein komplettes Verbot der Produktion und Distribution von Computerspielen mit Gewaltinhalten ein. Sie wollen also quasi jedes Computerspiel, was Gewalt oder Krieg in irgendeiner Form enthält, einfach abschaffen.

In der Argumentation dieser Bewegung finde ich eine Sache sehr interessant. Sie basieren sich zu großem Teil darauf, dass Kinder und Jugendliche gefährdet werden und deren Gewalt durch diese Spiele gefördert wird. Sie erweitern diese Aussage zwar auch auf Erwachsene, doch im Bezug auf Kinder und Jugendliche argumentieren sie eigentlich ohne Basis, denn Spiele mit den angesprochenen Inhalten haben in Deutschland keine Jugendfreigabe.

Somit könnten sie theoretisch für niemanden unter 18 Jahren gefährlich sein, würde die Altersfreigabe von Eltern überwacht und berücksichtigt werden. Die Verantwortung projizieren sie jedoch allein auf die Industrie, denn “verantwortlich sind also nicht die Eltern [...]” “verantwortlich sind Hersteller und Kriegsindustrie”.  Altersbeschränkungen gibt es jedoch eigentlich allein aus dem Grund die Jugend zu schützen.

Zusätzlich dazu finde ich den Ansatz bodenlos, denn welche Initiative versucht bitte gewalthaltige Fernseh- oder Kinofilme zu verbieten? Und noch überspitzter, wenn wir gewalthaltige Computerspiele abschaffen, wann hören wir dann auf Nachrichten zu senden, da diese ständig Krieg und Gewalt zum Inhalt haben?

Ich kann es vollkommen verstehen, dass unsere Jugend vor Gewalt geschützt werden muss, bis sie sich ein allgemeines Verständnis und Weltbild aufgebaut hat, doch sehe ich den “Kölner Aufruf gegen Computergewalt” nicht als richtigen Weg an. Computerspiele sind weder Teufelswerk noch ausschließlich abgrundtief böse.

Ich hoffe, dass solche Ansätze nie die Chance der Realisierung bekommen werden. Vielmehr würde ich es bevorzugen, dass die positiven Seiten von Computerspielen näher beleuchtet und in der Gesellschaft anerkannt werden. Die Bewegung Computerspiele als Kulturgut anzuerkennen gibt es bereits und ich würde es sehr gut finden, wenn dies geschieht. Ich bin sehr gespannt, welche Ergebnisse die Diskussion über gewalthaltige Computerspiele in Zukunft noch mit sich bringt. Wenn ihr auch eure Meinung zu diesem Sachverhalt kundtun wollt, dann könnt ihr dies gern in Form eines Kommentars tun.

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1 Kommentar zu “Kölner Aufruf gegen Computergewalt” - Verbot gewalthaltiger Computerspiele?

  1. Tasso schrieb am 2-3-2009 um 12:02:

    Also ich stimme der Meinung des Verfassers zu. Das Thema wird viel zu oberflächlich angegangen und viele Leute wissen gar nicht wovon sie reden. Es wird ja oft gesagt das es in den Spielen nur um das Toeten gehe. Und genau da schiessen sich diese leute die das sagen ein Eigentor. Wenn diese Computerspiele, die eigentlich gar nicht in Deutschland erhaeltlich sind, so gefaehrlich sind was ist dann mit den Filmen oder mit Buechern, die oft eine ungeheure Anspannung beim Zuschauer bzw. Leser erregen. Denn eben Bücher und Filme wecken Emotionen, Wut, Angst, Aufregung. D.h diese Medien greifen viel weiter in die Seele der Menschen ein, als es ein Computerspiel koennte.

    -Denkt mal drueber nach

    Und ich entschuldige mich fuer die miserable Zeichensetzung, da ich von einem Schulcomputer mit kaputter Tastatur schreibe.

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