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Debatte um gewalthaltige Computerspiele erneut ausgebrochen

gebloggt von Sören | Kategorie: Games | Kommentar abgeben

Nachdem ich meinen Prüfungszeitraum nun endlich hinter mir habe und nun nur noch vor der Vollenendung einer Forschungsarbeit stehe, kann ich mich endlich mal wieder dem Bloggen zuwenden. Vor allem die Debatte um gewalthaltige Computerspiele ist dieser Tage wieder stark entfacht. Grund dafür ist der Amoklauf von Winnenden. Manche Politiker wollen die Herstellung und Verbreitung gewalthaltiger Computerspiele verbieten, manche fordern eine tiefgehende Auseinandersetzung. Es werden die unterschiedlichsten Positionen bezogen.

Am 11. März 2009 erschütterte erneut ein Amoklauf Deutschland. Ein 17-jähriger tötete 15 Menschen. Der Aufschrei in den Medien war groß, doch zunächst ging die Kritik vor allem in die Richtung der Gesetze, die den Waffenbesitz regeln. Ich war überrascht, dass nicht in erster Position Computerspiele für die Tat verantwortlich gemacht werden, wie es zuvor bereits geschehen war.

Nichtsdestotrotz ist die Gewaltdebatte doch wieder entfacht. Vor allem der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer tritt mit drastischen Forderungen in den Fordergrund. Bereits 2007 hatte er unter dem Titel “Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Jungendschutzes” eine Gesetzesinitiative vorgebracht, die das Verbot der Herstellung und Verbreitung gewalthaltiger, virtueller Spiele vorsah. Nun will er, vermutlich angeregt von den Ereignissen in Winnenden, am morgigen Tag erneut in seinem Kabinett über dieses strikte Verbot diskutieren.

Drastische Forderungen, wie die von Herrn Seehofer, scheinen dieser Tage wieder stark aufzukommen. Es gibt jedoch auch andere Positionen. Der Deutsche Kulturrat beispielsweise spricht sich gegen eine strikte Verschärfung der Jungendschutzgesetze und für eine konsequente Umsetzung der bestehenden Regelungen aus.Vor allem mit dem Buch “Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz” will der Kulturrat zu einer fundierten und sachlichen Debatte über Computerspiele beitragen. Im Rahmen dieser Bemühungen wurde das Buch vom Kulturrat als PDF im Internet veröffentlicht. Bisher war es nur in gedruckter Form erhältlich. Eine Auseinandersetzung mit diesem Buch lohnt sich jedoch bestimmt.

Ich bin sehr gespannt wie die Reaktionen der Politik dieser Tage noch ausfallen werden und vor allem wie beispielsweise die erneute Diskussion von Horst Seehofer am morgigen Tage aussehen wird. Meiner Meinung nach ist der Versuch des Verbots gewalthaltiger Computerspiele immer noch die Suche nach einem geeigneten Sündenbock, der fern jeglicher Eigenverantwortung ausgewählt werden kann. Zum einen erachte ich ein derartiges Verbot als nicht umsetzbar und zum anderen besitzt Deutschland bereits strikte Regelungen den Jugendschutz betreffend. Dafür das Jugendliche trotz USK-Beschränkungen virtuelle Spiele spielen, die für sie eigentlich nicht zugänglich sein dürften, können jedoch die Spiele selbst nicht verantwortlich gemacht werden. Was die Auswirkungen von Computerspielen angeht, sehe ich die Ansätze der wissenschaftlichen Erforschung auch als wesentlich nützlicher an, als die pauschalisierten Beschuldigungen und Verteufelungen, die immer wieder aufkommen.

Die Frage ist doch wo ist die Debatte um gewalthaltige Literatur, gewalthaltige Filme oder die Verantwortung der Eltern für ihre Kinder? Häufig werden allein virtuelle Spiele als Auslöser oder als Teilauslöser für Gewalttaten von Jugendlichen auserkoren. Für mich stellt dies jedoch keine konsequente Auseinandersetzung mit der Thematik dar, sondern ist Zeugnis unzureichender Medienkompetenz. Ich bin gespannt wie sich die Debatte dieser Tage weiter entwickelt und werde an diesem Thema mit großem persönlichen Interesse dran bleiben und versuchen euch über Neuigkeiten und Auseinandersetzungen, die Thematik der gewalthaltigen Computerspiele betreffend, zu informieren.

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